Hart am Wind nach Sardinien

Si si Pfadfinder, Pfadfinder meine’s ärnscht… das passt, Endo, danke für diese Ouvertüre zum zweiten Blog. Ja, irgendwie sind wir auch Pfadfinder – schliesslich sind wir mit Wanderlust unterwegs – und ja, wir meinen es nun auch wieder ernst. Immerhin sitzen wir jetzt im Cockpit und geniessen einen weiteren sanften, erlösend-kühlenden Abend. Korsika liegt im Kielwasser, gestern haben wir in Stintino, südlich der Insel Asinara an der Nordküste Sardiniens festgemacht. Und dies nach herrlichen fast rund zehn Stunden unter Segeln, bei drei Beaufort hart am Wind und Kurs 230 Grad. Voilà. Einen entschleunigten kleinen Hafen haben wir da entdeckt mit netten Mitmenschen drum herum und wahrlich mediterranen Aussichten auf das schmucke Fischerdorf. Uns Pfadfindern geht’s gut.

Vor acht Tagen verlassen wir Calvi – und all die Bonzenjachten und das Partygedröhn – vollgetankt und ziemlich motiviert. La Revellata runden wir backbord, nehmen Kurs nach Süden und meistern auf dem Weg in den Golf von Porto die Gargalu-Passage. Zugegeben mit etwas Nervenkitzel. Ziemlich eng dort; und mit ungefähr drei Metern Tiefe bleibt nicht mehr sehr sehr viel Wasser unter dem Kiel. In der Marina de Bussagghia finden wir eine schöne erste Ankerbucht mit Strandanstoss. Von hier aus unternehmen wir dann auch unsere erste Wanderung zum Capu Ortu, mangels eigener Land-Mobilität kombiniert mit Autostopp. Und zwar erfolgreich und zwar retour!

So schafften wir es Bucht über Hafen schliesslich hierher. Zwischenzeitlich haben wir uns viel besser gefunden, und den Gump ins Unterwegssein einige Gespräche übers wie und wohin und ja – auch übers warum – geschafft. Marc hat die Backstube in Betrieb genommen, Oli kümmert sich primär ums Wie und Wohin und Wohinbessernicht. Auch Wanderlust macht inzwischen mehr Lust, man gewöhnt sich aneinander. Unter Segeln, unter Motor und mit Macken. So leuchtet das Ankerlicht nur, wenn zuerst der Schalter betätigt und dann am Mast, Steuerbord auf rund 1.6 m Höhe ein sanfter aber bestimmter Hieb angebracht wird. Und nachdem auch gegen das Fallen-Knallen im Mast ein Rezept gefunden wurde, schläft es sich etwas ruhiger.

Den nächsten Halt planen wir vor der Insel Asinara, anschliessend möchten wir die Westküste Sardiniens entdecken. Dafür wollen wir uns Zeit nehmen. Und zwar soviel Zeit, wie uns Wind und Wetter gewähren und wir uns selber schuldig sind. Irgendwie so. olmahoi auf Kurs und auf dem Weg nach Cagliari.

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