…sind wir nun insgesamt einen Monat unterwegs. Einer von drei Monaten ist vorbei. Verrückt. So richtig ankommen tun wir erst jetzt. Und dennoch haben wir schon so viel erlebt – auch das ist verrückt.
Ein kurzer Rückblick auf unsere Route seit Stintino: nördlich davon liegt das Naturschutzgebiet Asinara – schöne, karge Landschaft mit Eseln, nicht nur weissen, denn Esel gibt es in jeder Färbung, muss man wissen! – und mit schönen, türkisblauen Buchten.



Nach einer böigen Nacht in Asinara reisten wir frühmorgens südwestlich durch die Fornelli-Passage (landschaftlich nicht minder hübsch!) auf die Westseite Sardiniens in die Bucht von Porto Ferro, wo wir wiederum unter Anker in einem kleinen Paradies weilen durften. Nach dem Ankerwurf: baden, dösen, lesen, kochen, apéröölen, baden, duschen, schlafen, backen, planen, lachen, nachdenken, ach ja: und schwitzen. Schwitzen tun wir nur vom Dasein. Darum: abermals baden. Grossartig.


Weil Mistral angemeldet war, reisten wir weiter südwärts nach Fertilia bei Alghero. Wie schon ein paar Mal erlebt, war der wahre Wind besser als die Prognose. Das freut uns: langsam ist das Verhältnis segeln-motoren zugunsten der Dieseleinsparung. Schliesslich sind wir kein Motorboot, sondern Segelschiff.
Nach dem Badebucht-Eindruck darf nun auch ein Hafenplatz-Einblick-Exkurs nicht fehlen: anlegen, festmachen, nachjustieren, aufräumen, Strom und Wasser anschliessen, kontrollieren, im Hafenbüro anmelden, Wifi einrichten, Schiff entsalzen (aussen abspritzen), apéröölen, duschen, schwitzen, hinsetzen, Hafenkino geniessen (Einfahrt und Anlegen anderer Schiffe beobachten, manchmal kommentieren) oder helfen beim Anlegen, duschen, schwitzen, vielleicht nochmal apéröölen, Ortschaft erkunden, Bäckerei und Supermarkt suchen, bisher auch finden, Wäscherei ebenso, Kassensturz in der Bordkasse und im Proviant, Einkaufsliste erstellen, Bordkasse und Proviant nachfüllen, rasieren, duschen, Wetter studieren, Route planen, Landgang organisieren, Festmacher kontrollieren, unter Deck mal aufräumen. So geht das.
Alghero übrigens ist ein hübscher Ort, den es zu besuchen wirklich lohnt. Man sagt, es sei der spanischste Ort auf Sardinien, wo eben noch katalanisch gesprochen wird.






Hernach ging es nach Bosa – ein farbiges Örtchen, an einem Fluss gelegen, dass sich am Hang zum Castello hingeklebt hat. Der Übernachtungsort war nicht der gewünschte, aber das ist eine formellere Geschichte…



Nach Bosa zogen wir an einem weiteren Gutwindtag weiter südwärts, unter anderem nach Sinis, wo wir uns auch Zeit genommen haben, um die Ausgrabungen der nuragisch-phönizisch-römischen Stadt Tharros zu besuchen. Schwitzend, versteht sich.





Nun haben wir seit letztem Freitag in Carloforte auf der Isola San Pietro angelegt. Eine Kaltfront war vorausgesagt – und sie ist da und schifft über dem Schiff, während wir diese Zeilen tippen.
Nicht fehlen dürfen auch mal ein paar Highlights so zum Beispiel, als uns eine Delfinschule während ca. 10 Minuten auf dem Weg nach Carloforte begleitet hat. Gleich acht dieser schönen Tiere spielten am Bug des Schiffes, wir auf ebendiesem, ihnen zuschauend – wir meinen: die haben uns gesehen, die haben sich vergnügt. Wahnsinnig schön. Und als sie genug hatten, sind sie zack!, in die blaue Tiefe entschwunden.
Freude macht uns auch ein kleiner Landausflug per Fahrrad oder per ÖV (mit Mascherina-Obligatorium selbstverständlich) um das Meer auch wieder mal aus der Distanz zu sehen, ob das nun vom Capo Caccia ist oder von La Punta aus.



Und noch ein wenig Pösie:
Zwei Männer segelten per Schiff
unwissentlich gegen ein Riff
der eine kartenkundig es doch noch sah
schafften sie grad noch eine flinke Wende – hurra!




Ja ja nicht viel tun, aber noch faulenzen dazu, das lässt tief blicken⛵️🏖🛒🏊♂️🏊♂️🍺🍽🍞🛌🚴♂️🚵♂️🥾🥾🥾🥾 ist das Alles😂? Gebets gute und gniesseds Heidi Liebgruss aus Oberwil
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Dir schwitzter u mir hei fasch Schnee. So chas ga. Hoffe äs göng nech guet, nachem Gschribnige z urteile ja, Ä mega Maschine heit dir da us Ungersatz gha😅😅👌🏻👌🏻. Witerhin vieu Spass… Gruess ad Delphine oder Tümmler oder so u häbet Sorg. 👋🏻👋🏻👋🏻😘😘 1/2 vo Santatschis usem Engadin
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Lieber Marc, lieber Oli
Ich will mich auch kurz melden. Ich lese Euren Blog gierig mit und ziehe mir dabei auch ein wenig Mittelmeer-Feeling rein.
Die Esel hätte ich auch gerne besucht, wir waren ganz nahe, aber Andy bekommt man nur mit Gewalt auf ein Boot. Hier macht sich langsam eine Art DDR Stimmung breit, alle wollen endlich wieder mal über die Grenze, wohin auch immer.
Hisst die Trossen und hebets guet (mindestens), Nicole
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