
Die Fakten – sie konnten nicht einfach verdrängt werden.
Meine Reise oder eben mein Abenteuer begann schon im August, als Easy-Jet meinen Flug nach Neapel kündigte, mangels Auslastung. Ich soll mir ein neues Reiseziel aussuchen. Der Zufall wollte es, dass sich am gleichen Tag Marc und Oli meldeten: Neapel als Treffpunkt für unsere gemeinsame Segelwoche lag von ihrer Planung her nicht mehr drin, ich solle doch einen Flug für Olbia auf Sardinien buchen. Ich sagte mir, also wenn der Zufall so weiterspielt, dann kommt alles gut; denn wegen Corona war halt doch noch vieles unsicher.
Die Vorfreude stieg, die Unsicherheit aber auch; stiegen die Fallzahlen immer weiter an. Dann am Montag vor Abflug (Donnerstag, 17.9.2020) der Entscheid der sardischen Regierung, nur noch Touristen mit negativem Corona-Test einreisen zu lassen. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich um einen Test zu bemühen, doch leider alles zu spät: Die Slots (online buchbar) in Biel waren für die nächsten Tagen alle ausgebucht, ein Test in einer anderen Stadt war mir organisatorisch nicht möglich. What now?
Der Entscheid – eigentlich die erste Zusammenarbeit als Crew
Ein Telefon mit Oli und Marc war nötig: Wollten sie mich überhaupt noch an Bord? Schliesslich komme ich aus einer Schweiz mit steigenden Fallzahlen, der dann in einem Flugzeug mit Maske und anderen Masken eng aneinander nach Sardinien fliegt … Wir besprachen uns dann noch mehrmals und kamen zum Schluss: Ich trete die Reise an und mache Schritt für Schritt, mit der Option, in Olbia einen Test zu machen und zwei Tage im Hotel unter Quarantäne auf das Resultat zu warten; dies war gemäss sardischem Dekret möglich. So stellte ich mich auf Segelferien oder eine Abenteuerreise ein. Oli und Marc besorgten Adressen, ich besorgte das Packen; die Zusammenarbeit als Crew begann zu spielen.
Die Reise – mit ungewissem Ziel aber gewissenhaftem Vorgehen.
Ich stieg am Donnerstagmorgen, dem 17.9.2020 in Biel in den Zug, reiste nach Basel, ckeckte ein, ass in einem komisch leeren Flughafen ein Sandwich und machte mich für das Boarding bereit. Noch ein letzter Blick auf das Handy und… ich staunte nicht schlecht: Die sardische Regierung hat das Dekret aufgehoben; es brauchte lediglich noch das spezielle Formular, welches ich bereits ausgefüllt hatte (und viele andere Reisende nicht, ich staunte, wie wenig informiert viele der Mitfliegenden waren …).
Drei Stunden später empfingen mich Marc und Oli in Olbia und wunderschöne Segelferien begannen. Ein Leben von Tag zu Tag, geprägt vom Rhythmus der Natur, alles an Bord, nichts fehlt. Einfach herrlich. Natürlich sind wir uns der aktuellen heiklen Lage bewusst; allerdings können wir auf der Yacht das Social Distancing (was aus meiner Sicht eigentlich eine falsche Definition ist, denn es geht um körperliche Distanz, aber das will ja hier wohl kaum jemand diskutieren :-)) am besten leben, da wir meistens stark isoliert sind. Auch erwartet mich ein Rückflug, den ich dann wieder mit der nötigen Vorsicht und Vorbereitung antreten will; dieses Mal aber mit den vielen schönen Eindrücken eines Segeltörns in Erinnerung.

Im Anflug nach Maddalena. 
Aussichten in Porto Palma. 
Die aktuelle Wanderlust-Crew.
Danke an Oli und Marc, es war und ist immer noch eine wunderbare Zeit mit euch in den Gewässern auf Sardinien!
Mätthu (Matthias Klotz)
olmahoi dankt herzlich für alles!