Olbia, regionales Zentrum an der Nordostküste Sardiniens: hier sind wir nun das vierte Mal seit Mitte September. Das erste Mal kam der erholungsbedürftige Gastblogger Mätthu ab Olbia Marina, etwas ausserhalb des Zentrums, an Bord. Dieser wollte nach der Segelwoche im Maddalena-Archipel auch wieder mal nach Hause. Darum kehrten wir zum Circolo Nautico an der altehrwürdigen Molo Brin zurück, nun zmittsdrinn grad am Kopf (oder Fuss?) des Corso Umberto gelegen. Das ist diejenige Einkaufsmeile, welche wir wie Spital- und Marktgasse zu Hause kennen. Das dritte und vierte Mal Olbia, abermals im Circolo Nautico, wo uns Tiziano und Hafenmeister Francesco – oder heisst er Frederico? – bereits einen Stammplatz zugewiesen haben, kamen und gingen die Fendergörls, welche ebenfalls eine Segelwoche mit uns genossen haben. Wir auch mit ihnen.






Hafenwäldchen (c) by Frau Balsiger. 
Yogafigur Flamingo. Oder doch Pelikan?
Ämu von Frau Bani.
Bord-Ragglett in Ottiolou. Unglaublich schön. Danke, Fendergirls!
Äbe, Olbia, unser Olbia, das ist der Corso Umberto: Hier am Kopf (oder eben Fuss) die nervige Fussgängerampel, die immer schön 90 Sekunden runterzählt, bevor es für Nichtberäderte grün wird, da der Optiker des Vertrauens (Gianni Posanu selig) fürs neue Gebrill, dort die Apéro-Bar an der Piazza Margherita an der Ecke rechts, deren Namen wir immer noch nicht kennen, die Angestellten uns jedoch schon derart, dass das Grüssen-Hinsetzen bereits einen mutuellen Vertragsschluss zu einem Spezieskauf darstellt: Ichnusa non filtrata grande per favore!
Unweit vom Corso Umberto und der Piazza Margherita, in der Via Acquedotto, dann The Jeffersons, die Selbstwaschanstalt mit sagenhaftem Gratis-Internetanschluss und ebensolchem kostenpflichtigem Frischwäscheduft (Oli ist Fän davon), zu 4 Euro pro 10 Kilo-Trumele 40 oder 60 Grad à 34 und 38 Minuten und 1 Euro pro 10 Minuten Tömmbler, egal ob warme, mittlere oder heisseste Trocknungs-Stufe. 30 Minuten reichen völlig.
Ebenfalls in einer Nebengasse, der Via Regina Elena, ist Guafför Deiana, wo Vater und Sohn fürs Haarelassen und Bartwegmachen sorgen, sodass Guafför Marc und Oli auch mal Ferien machen können.

Der Parrucchiere unseres Vertrauens. 
Italiener können Autos! 
Abendimpression an der Molo Brin.
Das Ristorante Da Paolo, unweit davon, hat beim ersten Mal nicht recht überzeugt. Wenn der Fisch vom Tag einfach ein Querbeet aus dem Fisch- und Meeresfrüchtebestand (usem Gfrüüri?) ab Grill ist, gut durchgetrocknet fast wie bei Jeffersons die Wäsche, finden das Oli und Christine nicht so gluschtig. Marcs Pferd hatte einen Feuerlauf hinter sich. Einzig Siles „Thoon“ sah nicht nur toll aus, sondern schmeckte ihr auch sehr. Das Ristorante La Lanterna hingegen, auch gleich umen Egge, war auch das zweite Mal vorzüglich, mou. Hauswein aus der Flasche mit eigener Etikette, leckere Muscheln und Fettucine, tolle Pizzen/Pizzas/Pizze, Sorbetto al Limone eifach obenuse, guter Service.
Ja, und mittlerweile ist sogar die Bäckerei fürs Cornetto gefunden, die auch gut zu Olis Füssen erreichbar ist. Das kann der Skipper.
Doch damit nicht genug. Olbia ist auch unser Schlechtwetter- und Windschutz, bereits zwei Mal Mistral und ein Mal argen Südwind haben wir hier vorbeziehen lassen, fachmännisch festgezurrt. Und das tun wir auch jetzt, eben das vierte Mal: es bläst wieder zünftig aus Westen und gleichzeitig ruft langsam, langsam Wanderlusts Heimathafen an Frankreichs Südküste. Aber noch dürfen wir die Dufour 350 für lange und drei Wochen bewohnen und besegeln. Dies im etwas unsteteren, wohl frischeren, aber nicht unschöneren Oktoberwetter. Und wenn auf Deck ein steifer-beissiger Wind wehen sollte, können wir uns nun im nötigenfalls (endlich) heizbaren Unterdeck aufwärmen. Das kann der Skipper eben auch. Die Crew dankt herzlich und wärmstens!
olmahoi, bald nordwärts – und dieses Mal richtig.