Bonjour. Heute nur ganz kurz und ziemlich sachlich, denn wir sind es Bitzeli aufgeregt vor der letzten „grossen“ Passage. Doch der Reihe nach. Wanderlust und Crew haben wohlauf in Macinaggio angelegt. Letzter Halt auf Korsika, im nördlichsten Hafen an der Ostküste. Nur ein paar Meilen weiter wartet das Cap Corse und die berühmte Leuchtfeuer-Insel Giraglia auf uns.
Vor knapp einer Woche sind wir in Olbia losgefahren, wie Diebe haben wir uns morgens um vier aus dem Hafen gestohlen und bei steifem Südwest das Capo Figari gerundet. Rodeo, aber die Segel schön gerefft! Kurz vor der Strasse von Bonifacio mussten wir leider auf die fossile Antriebsart wechseln. Schade zwar, aber immer noch besser, als diese Passage mit 25-30 Knoten böigem Wind bewältigen zu müssen – genau so strich der Maestrale von West nach Ost die Tage vor- und nachher durch die Düse. Begleitet von leichten Regenschauern fanden wir in Porto Vecchio einen netten Empfang und ein sicheres erstes Quartier an Korsikas Ostküste. Arrivederci Sardegna, bonjour la Corse.


Bastia mit Aussichten. 

Bastia mit Aussichten II. 

Im Osten räblet’s. 
Schlimmes aus Solenzara. 
Noch Schlimmeres aus Solenzara. 
Enger Hafenplatz in Porto Vecchio. 
Finito Ichnusa, Santé mit Pietra!
Nach einem Ruhe-Landtag meisterten wir – mit einem Zwischenstopp in Solenzara (der Ort mit der höchsten Pizzeria-Dichte in Westeuropa) – die nächsten Meilen nach Bastia. Ein grosser Gump, immer auf der Hut vor den sich rundum auftürmenden und ausleerenden Gewittern. Grossartige, beeindruckende Wetterszenerien, wir mittendrin und sehr sehr klein. Dazwischen wieder Sonne und Wärme pur, kurze Hosen Mitte Oktober, auch nicht schlecht. Und gestern eben der voraussichtlich letzte Schlag auf Korsika in den Hafen von Maginaccio. Ein Sehnsuchtsort irgendwie, mit dem ganz bestimmten Charme eines Grenzpostens. Magie Peripherie. Ein kleines Kaff mit alten, schrägen Häusern, umrahmt von sanften, grün bewachsenen Hügeln im Westen und herrlichen Aussichten auf Capraia und Elba im Osten. Wir fühlen uns sehr wohl hier, finden eine gastliche Ruhe und genug von allem, was wir grad benötigen.





Doch der Horizont ist nahe. Ennet dem Cap Corse wartet die französische Küste und irgendwo dahinter wohl die Quarantäne. Dazwischen warten noch einige Meilen Mittelmeer auf uns. Mit einer gesunden Mischung Vorfreude und Respekt bereiten wir uns darauf vor. Und beim nächsten passenden Wetterfenster werden wir die Leinen wieder lösen.
Bis die Tage, zwischen Sehnsucht und Quarantäne.
olmahoi, auf dem Weg nach Giraglia.