In die Ferne schweifen… naja, ist halt grad noch nicht so „muss“, fanden wir. Und das Gute liegt bekanntlich nah. Ja, tatsächlich. Das Gute ist süss-nass, macht sich über fast 40km entlang des Jura-Südfusses breit, benetzt eine Fläche von mehr als 200km2 und ist rund 150m tief. Das Gute. Der gute Neuenburgersee. Und so machten sich die beiden Privilegos Marc & Oli auf, dieses Gewässer an Bord der tiptopp deckgeschliffenen und auf Hochglanz polierten Nordwind zu erkunden, zu spüren, zu erleben. Rasch war das Nötigste in den Schapps verräumt, die Kühlbox gefüllt und die noch fast neue, ungelüftete Segelgarderobe im Vorschiff verstaut. Am Montag, 31. Mai high-noon wurden die Leinen im Heimathafen Chevroux gelöst… und erst neun Tage später daselbst wieder belegt. Dazwischen gab’s Wind und Wetter, Fendergirls und Mätthu, Geschichte und Geschichten. So war das, in der guten Nähe.
Saint-Aubin.
Schwache Winde aus Nord/Nordost sorgen für einen sehr gemächlichen Start. Und sie ermöglichen gleichzeitig einen ersten Segeltest. Mit der grossen, schweren Genua wären wir wohl heute noch unterwegs, so befreien wir den „Breezer“ aus dem Segelsack – eine Art Leichtwind-Genua oder „Code Zero“ – und hissen das Ding mal am Geni-Fall, freischwebend quasi. So schwebt unsere gute alte Hallberg Rassy 29 gemächlich, aber immerhin sövu, quer über den See nach Saint-Aubin.
Ein Gästeplatz ist rasch gefunden, Leinen fest um 17 Uhr im kleinen, feinen Hafen mit angrenzendem Park. Passt bestens. Der Hafenmeister ist bereits tschüss, ein Segelgenosse verrät uns die Lizenz zum Duschen, so ist eigentlich für alles gesorgt. Für fast alles. Denn auf dem Reko-Spaziergang entlang des Ufers finden wir im Selbstbedienungs-Kühlschrank der Pêcherie Arm zwei „truite fumée“-Filets. So ist auch das zNacht gesichert, die Forelle passt bestens zum mitgesegelten Härdöpfusalat.
Im hübschen, alten Städtchen mit steilen Treppen und engen Gassen findet man auch die üblichen verdächtigen Grossverteiler und sonstige Einkaufsmöglichkeiten. Speziell zu empfehlen ist die Boulangerie „Chez Tinet“ (in der Nähe der Kirche) inklusive hausgemachte Konfitüren – oder äbe confitures, pardon.
Und die nächste Etappe folgt morgen Dienstag, 14-tagesaktuell verschoben auf diesem Kanal. Bis dann, bleiben Sie stabil, olmahoi.

Skipper mit Breezer. 
Unsere Schöne in Saint-Aubin. 
Skipper erschöpft.