Nöschseetörn #6

Laténium, Le Cardinal und La Buvette.

Zwar vermochte die durchziehende Front letzte Nacht bloss die Sturm-Vorwarnung auszulösen (40 Geblinke pro Minute), gefühlt fegte sie dann doch ziemlich heftig über uns hinweg. Item, der Morgen danach präsentiert sich noch grau abgehangen, doch es wurde wieder einmal zünftig durchgelüftet. Nach dem Frühstück machen wir uns auf ins Laténium. Das Archäologie-Museum mit Aussenanlage liegt gleich um die Ecke. Vorbei an den Frischfisch-Verkaufsbarracken der einheimischen Fischer gelangen wir in den Museumspark und entlassen uns langsam in die Vergangenheit. Der beim Autobahnbau entdeckte und konservierte steinzeitliche Lagerplatz fasziniert gleichermassen, wie der Nachbau einer Pfahlbauerbehausung oder der im See versenkte Nachbau eines gewaltigen Lastenkahns aus der Keltenzeit. So vorgespannt wagen wir uns nach einem belebenden „Renversé“ im Café in die Innenräume des Museums. Hier lassen wir uns vom Audioguide auf eine äusserst spannende Reise durch die Epochen immer weiter in die Vergangenheit mitnehmen. Das Laténium begeistert nicht nur mit der eigentlichen Ausstellung, sondern auch dank der gewagt-gelungenen Architektur, die einen bislang noch nie erlebten, einmalig faszinierenden Bezug zwischen der Aussenwelt und der Ausstellung mit vielen regionalen Fundgegenständen ermöglicht. Neue Einsichten dank Ausblicken, quasi. Prädikat „sehr empfehlenswert“, OlMa sind begeistert!

Am frühen Nachmittag fahren wir mit dem Bus 101 nach Nösch Zentrum, besuchen das Château und geniessen von dort aus herrliche Ausblicke über den See und die Stadt. Die grauen Wolken, die sich langsam von hinten über den Jura schieben, haben schliesslich doch kein Erbarmen und lassen ein Gewitter hernieder schauern. Macht aber nix, denn wir sitzen derweil wohl versorgt am Schärme in der Brasserie „Le Cardinal“ in der Altstadt. Subifägi. Schliesslich müssen wir uns doch noch in den Restregen wagen, schliesslich erwarten wir heute Besuch.

Pünktlich zum Apéro trifft Mätthu aus Biel ein, nicht überraschend per Velo und, dies ziemlich überraschend: unverregnet. Hat sich der Umweg über den Mont Vully doch gelohnt! Der Mätthu, der braucht das halt. Welcome on Bord, MaK! Nach der Erstversorgung mit Elektrolyten und Flüssigkeit wagen sich zwei in den See, dann wagen wir uns zu dritt in den Hafen von St. Blaise. Wir speisen, trinken und plaudern prächtig in der „Buvette“. In der blauen Stunde macht sich unser Gast auf den Rückweg nach Biel. Auf direktem Weg, wie er uns versichert und ja, er werde uns Bescheid geben, wenn er zuhause angekommen sei. Natürlich hält er Wort. Danke tuusig für deinen Besuch, Mätthu… immer wieder gern!

Erfüllt von all den spannenden, guten, belebenden Eindrücken finden wir rasch Schlaf. Ach ja, der Gute liegt so nah. Zwar immerhin fast einen Meter entfernt, ennet dem Klapptisch aus Mahagoni. Doch wenn man den Arm ausstreckt, kann’s reichen für ein Gschpüri. Flüchtig zwar, aber immerhin. Das ist Übernachten im Salon, weischwie? olmahoi!

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