Nöschseetörn #7

Mit chli Joran auf dem Weg zum Ziel: Cheyres.

Mmmpf. Die Gipfeli zum zMorge schmecken gut – merci, Marc – und die angesagte mässige Bise schmeckt uns sowieso. Vorsichtshalber bergen wir mal den Breezer und ziehen wieder mal ein neues Segel ins Roll-Vorstag ein. Die 19m2-Fock sollte heute passen. Ach, als Privilegos haben wir eine so tolle Segelgarderobe, da ist für jedes Windli was Passendes dabei. Voller Vorfreude fahren wir also gegen 10 Uhr aus dem Hafen und nehmen, mangels Alternativen, wieder mal Kurs Richtung Obersee. Also eigentlich möchten wir dies tun, aberäbe, der Wind weht uns irgendwie aus allen Richtungen und fast unmerklich entgegen. So hängen wir wieder mal den Breezer ans Geni-Fall, versuchen so die letzten noch umher hauchenden Windmoleküle einzufangen und in Vorwärtsfahrt umzusetzen. Zwischenzeitlich ist tatsächlich der Weg zum Ziel geworden, wir sind einfach nur glücklich, wenn sich überhaupt etwas bewegt.

Irgendwann dreht der Wind dann doch sachte auf Nordost/Ost, legt etwas zu. Natürlich werden wir sofort segelgiggerig und holen schon mal den Gennaker an die frische Luft. Schliesslich sind wir auch für Raumschotkurse gewappnet. Über dem Bieler- und Solothurner-Jura steht eine wunderschöne Wolkenwalze, wie eine Cannelloni trohnt sie ganz oben auf der ersten Krete. Und eigentlich, wenn man ganz ganz genau schaut, steht auch eine über dem unteren Nöschsee… Exakt diese Walze hätte uns eine Warnung, oder ämu ein deutlicher Vorbote sein müssen. Denn auf eine kurze Windstille wälzt sich ein ziemlich sportlicher Joran aus dem Wolkenband und fällt fadegrad und ungebremst auf den See hinaus. Auf eine kurze Chaosphase an Bord der Nordwind folgt das Rollout der Fock, das Gross erhält vorsichtshalber mal ein Reff und die Schoten werden dichtgeholt. Und so wird wieder einmal richtig gesegelt! Immerhin, jetzt haben wir das richtige Tuch angeschlagen, auch die alte Nordwind scheint die 12-15 Knoten Joran ebenfalls zu geniessen. Sie neigt sich sanft gegen Lee und zeichnet ein messerscharfes Kielwasser in den See. So geht das!

Nun darf wieder ein Ziel als Ziel gesetzt werden, Chevroux lassen wir an Backbord vorüber rauschen, das Ziel lautet Cheyres. Ausdauer hat der Joran heute nicht, nach einer halben Stunde ist bereits ausgehustet. Dafür bläst jetzt endlich die erwartete Bise einigermassen verlässlich, so können wir die flotte Fahrt fortsetzen. Irgendwann ist auch Estavayer querab und passiert, wir sind noch schampar im Flow! Mit genügend Uferabstand (seichte Sache, hier) bergen wir vor dem Hafen die Segel und tuckern unter Diesel auf die Innenseite der Mole. Nach einem langen, guten Tag belegen wir die Festmacher an einem Gästeplatz und dann geniessen wir nur noch: Die Natur rundum, all die schwimmenden, tauchenden, fliegenden Viecher mit Nachwuchs und natürlich das Hafenbierli. Und damit lassen wir auch das Bloggen heute ausklingen. Denn morgen wird es auch wieder öppis zu berichten geben. Stichwort: Fendergirls! Vorfreude darf herrschen…

Bis morgen dann. Einen allseits stabilen Sonntag, das wünschen olmahoi.

Hinterlasse einen Kommentar