Vom «giire», «chlefele» u «tschädere»

Man mache sich ein Bild: Segelschiffe unter Fahrt mit gehissten Segeln, oder auch nur im Hafen liegend und vertäut sind grundsätzlich hübsch anzusehen. Für uns sowieso.

Bei genauer Betrachtung ist zu sehen, dass nebst Mast und Baum noch weitere Bestandteile den Oberbau eines Segelschiffes ausmachen. Da gibt es Stage, Wanten, Salinge. Dann gibt es all diese Seile und Schnüre, die eben nicht so heissen, sondern Fallen, Schoten, Leinen, Bändsel oder sein können, damit man die Segel hoch und runter kriegt und diese einstellen kann je nach Richtung zum Wind, aber auch gemäss Windstärke.

Und wenn man durch einen Hafen spaziert und es grad windig ist, ist auch auffällig, jetzt weniger visuell, sondern mehr akustisch, dass dann und wann etwas ächzt oder knartscht, quietscht, äbe: giiret, chlefelet oder tschäderet.

Für uns ist das zu vermeiden, da erstens das Material und zweitens die Nerven leiden. Wenn wir also des Nachts in der Koje liegen und eine Festmacherleine knartscht oder ein Fender quietscht, der zwischen Hafenmauer oder Nachbarsschiff schützend dazwischen hängt, gaht das nöd. Ausserdem wird der Schiffsrumpf zum Klangkörper, dessen Verursacherlärmintensivierung dem Schlaf nicht hilft. Auch ein schlagendes Fall auf einem Amwind-Kurs will ruhiggestellt werden.

Deshalb ist ein Skipper stets finding und hat z.B. eine dick aufgewickelte Rolle dünne Schnur für Bändsel, oder Putzlappen, Petfläschli, ja gar Schwimmnudeln oder Frottéwäsche, die er, nun, nicht zweckentfremdet, eher -erweitert, und sie quasi für Zusatzaufgaben bestimmt und bei Tauglichkeit qualifiziert wiederholt einsetzt, um Ruhe auf dem Kahn zu bekommen.

Schwierig wird es nur dann, wenn man in einer wunderschönen, stillen Bucht liegt, das Schiff mit all seinen Bestandteilen und dank des Skippers Umsicht nur Schiff und sonst nichts ist, dafür das Gegenüber atembezogene Geräusche im Schlaf produziert, die zwar mit Lappen, Petflaschen, Bändsel oder dergleichen behoben werden könnten, aus Nächstenliebe aber nicht eingesetzt werden.

Soviel zur Berichterstattung aus dem Bordalltag. Was wir sonst erleben und wohin (uns) unsere Reise bis jetzt führte folgt bald. olmahoi

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