Die besten Häfen sind Buchten. Einige Buchten heissen – wenigstens auf Sardinien – auch „Porto“, was zweierlei zeigt. Erstens: Buchten dienten früher als Häfen, sie waren quasi solche und zweitens: Die besten Häfen findet man, wie bereits erwähnt, in Buchten. Vor Anker.
Nun geht es aber eben um die eigentlichen Häfen. Denn wir haben heute – nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal – in einem Hafen festgemacht. Wir haben Schutz gefunden vor dem sich nähernden Wettergschtürm. Und Strom aus dem Kabel, um die Schiffsbatterien wieder einmal richtig zu laden und die installierten Steckdosen zu nutzen. Mann gönnt sich wieder mal eine „richtige“ Dusche und ein WC mit halbautomatischer Spülung. Einkaufen und dann – endlich – für eine Woche „The Fendergirls“ an Bord nehmen! Jawohl, soweit so judihui. Aber darüber wird später mal geschrieben.
Jedenfalls sind wir heute wieder einmal in Olbia eingelaufen (das heisst halt eingelaufen, obwohl wir eigentlich reingefahren sind, aber egal). Wir sind wohlauf und xung, geniessen jeden Sonnen-Segeltag als wär’s der Letzte. Die letzte Woche haben wir gekreuzt und gequert im Golfo d’Aranci und in der Inselwelt rund um die Tavolara verbracht. Gestern zu Fuss auf das Capo Figari rauf, um von Marconis Funkstation aus einen herrlichen Rundumblick auf die umliegende Inselwelt – unsere Welt – zu geniessen. Wahrlich, ein Highlight!
Ein happiger Heimweg durch Herbstwetter der korsischen Ostküste entlang nordwärts steht uns noch bevor. Wir haben beschlossen, auch diesen Weg gemeinsam zu geniessen und Ende Oktober wohlauf wieder in Hyères festzumachen.
Und nun noch ein paar philolispohische, zum Blog-Titel passende Gedanken und Feststellungen:
Häfen schützen, stinken, helfen, helfen entspannen, sind entspannt, anstrengend, laut und hell, sind ruhig, teuer, bieten etwas, fordern viel, bieten oft was wir nicht fordern, sind Begegnungsorte und bieten die Möglichkeit, mal kurz wieder getrennte Wege zu gehen. Häfen schwanken zwischen Ankommen und Aufbruch, sie helfen aufzubrechen, treiben uns nach ein paar Tagen wieder raus, machen Lust auf Segelsetzen und Unterwegssein. Häfen sind praktisch, künstlich, bequem.
Wir haben Häfen gefunden, wo wir uns vom ersten Moment an willkommen fühlten. Ein sympathischer Austausch bei der Reservation, ein netter Empfang per Funk, ein guter Hafenplatz, nette Nachbarn. Und auch mal ein gutes Gefühl, dass man sich keine Sorgen machen muss, ob der Anker während der Nacht auch wirklich hält oder nicht. Oder es fägt, wenn man einen Ort findet und merkt: genau so muss Hafen! Wie in Carloforte. Oder in Stintino. Gern wieder.
Andernorts wird man des Nachts von der Küstenwache mit Blaulicht abgeholt und nachdrücklich gebeten, den Anker aufzuholen und – follow me, please – bei der Tankstelle längsseits anzulegen und dort zu übernachten. Nur zu unserer Sicherheit. Die französische Flagge am Schiff sorgt bei den Hafenbehörden für Bluthochdruck und bei uns zu einer weiteren Covid-Registrierungs-Bürokratieprozedur bis tief in die Nacht. Das war in Bösa Marina und solche Geschichten gäbe es noch einige zu erzählen. Tun wir aber an dieser Stelle nicht… schliesslich möchten wir aus Italien auch wieder einmal ausreisen dürfen. Tun wir bald. Aber jetzt sind wir mal sicher vertäut und gut versorgt im Hafen des Circolo Nautico in Olbia. Und das ist grad schampar stimmig so.
Bis die Tage, olmahoi … noch lange nicht genug davon!

Stintino Romanza. 
Stintino Direzione. 
Wanderlust voraus in Propriano. 
Olbia Marina. 
Olbia Marina, Direzione. 
Strom und Wasser und Aussichten in Maddalena. 
La Galetta.
Klein und entspannt.
Spezielle Probleme im Hafen von Fréjus. 
Fréjus. Die Capitainerie
im Mistral.
Carloforte.
Auch ein Statement.
Carloforte schön. 
Carloforte. Ab sofort mit Herrn Flatter-Egli. 
Marina del Sonnenuntergang in Cagliari. 
Bosa Marina… als es noch schön war. 
Bösa Marina später,
an der Tankstelle.
Arbatax. So schön kann Gewitter. 
Arbatax nobel.
Danke für eure Worte und Bilder, Erinnerungen werden wach!! Freue mich schon auf ein Melanzane an der Landoltstrasse in Bern ;-).
Bis gli, lieber Gruss. Mätthu
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